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GlaxoWellcome GmbH & Co.,
ein Unternehmen der GlaxoSmithKline-Gruppe
GlaxoSmithKline, mit ca. 100.000 Mitarbeitern in über 100 Ländern und einem Umsatz von 23 Mrd. £ (Britische Pfund) im Jahr 2007 eines der größten Pharmaunternehmen weltweit, ist ein führendes, forschungsorientiertes Gesundheitsunternehmen, das sich der Entwicklung innovativer Arzneimittel verschrieben hat. Der Anspruch des Unternehmens ist es, die Lebensqualität von Menschen zu verbessern, indem ihnen ein aktiveres, längeres und gesünderes Leben ermöglicht wird. Das Portfolio von GlaxoSmithKline ist breit gefächert, von der Prävention über die Behandlung von akuten und chronischen Erkrankungen bis zur Therapie von lebensbedrohlichen Krankheiten.
Am deutschen Produktionsstandort im Werk in Bad Oldesloe stellt die Glaxo Wellcome GmbH & Co., ein Unternehmen der GlaxoSmithKline-Gruppe, zur Zeit mit ca. 350 Mitarbeitern Arzneimittel für fast 130 Länder dieser Welt her. Sowohl für die Ein- und Auslagerung von angelieferten Rohstoffen zur Medikamentenherstellung als auch für die produzierten Fertigwaren wurde im Jahr 1986/87 ein automatisches Hochregallager in Betrieb genommen.
Als Planungs- und Steuerrechner für das Lagerverwaltungssystem (LVS) dieses Hochregallagers verwendete man damals ein HP1000 Rechnersystem mit dem RTE-A Echtzeit-Betriebssystem des Herstellers Hewlett-Packard. Als das Ende des Lebenszyklus der HP1000 Rechnerfamilie absehbar war, entschied sich das Unternehmen im Jahr 1990 zum ersten Mal für eine Migration der Lagerverwaltungssoftware auf ein HP9000/HP-UX Server-System. Das Migrationsprojekt wurde seinerzeiten vom Open Systems Migration Center der Hewlett-Packard GmbH / Deutschland auf Basis der ersten Version des Migrationswerkzeuges RTE-UX geplant und durchgeführt. Da über die Jahre immer mehr Funktionalitäten in die LVS-Software integriert werden mussten und die ursprünglich verwendeten HP9000 Hard- und Softwarekomponenten ausgetauscht werden mussten, wurde im Januar 2007 die LVS-Software erneut migriert - dieses Mal auf Basis der neuesten, im Funktionsumfang wesentlich erweiterten, Version von RTE-UX auf die aktuelle HP-UX Version 11.23.
Die LVS-Software wurde ursprünglich von der Wagner Fördertechnik GmbH (heute STILL GmbH) als Generalunternehmer für das automatische Hochregallager in der Programmiersprache Fortran/77 und unter Verwendung diverser Subsysteme des RTE-A Betriebssystemes entwickelt. So wurde als Datenbanksystem IMAGE/1000-II (hierarchisches DBS) und als Maskengenerator FORMS/1000 (zeichenorientiertes User Interface unter Nutzung von HP-Terminals) verwendet. Diverse Anbindungen an die Steuerrechner des Hochregallagers und das Produktionsplanungssystem SAP wurden auf Basis des TCP/IP Protokolls implementiert.
Damit die LVS-Software durch die ursprünglichen Entwickler gewartet und weiterenwickelt werden kann, war eine der Hauptanforderungen an die Migration, dass der Source-Code weitestgehend unverändert bleiben sollte. Dies wurde durch einen automatischen Source-Code-Konverter für den RTE-A Fortran/77-Dialekt in das HP-UX Standard Fortran/90 Format bewerkstelligt. Um auch die Migration und das Handling der Datenbank und des User Interface für Entwickler und Anwender möglichst einfach zu gestalten, mussten kompatible Subsysteme für das DBS IMAGE/1000-II und das FORMS/1000 Maskensystem gefunden bzw. bereitgestellt werden. Das IMAGE/1000-II Datenbanksystem konnte durch das nahezu 100% kompatible IMAGE/UX DBS von Denkart in Belgien übernommen werden, für das FORMS/1000 Maskensystem fand man im dem Produkt JAM (Jyacc Application Manager) der Firma JYACC aus New York (heute Prolifics) einen mehr als geeigneten Ersatz. Eine Emulations-Bibliothek für die FORMS/1000 API und ein Maskenkonverter für die automatische Konvertierung der FORMS/1000-Masken in das JAM-Format rundeten das OrgaBIT-Angebot ab.
Da die LVS-Software Anfang der 90'er Jahre bereits auf HP-UX migriert wurde (unter Nutzung des damals auf HP-UX verfügbaren Fortran/77 Compilers), war die neuerliche Portierung auf den aktuellen HP-Fortran/90 Compiler und die HP-UX/11.23 Version nicht mehr so umfangreich. Zu beachten waren im Wesentlichen die Unterschiede zwischen den Fortran/77 und Fortran/90 Compilern (wichtige Änderungen und Erweiterungen im Fortran/90 Funktionsumfang gegenüber Fortran/77) und die teilweise doch grundlegenden Änderungen in der Funktionalität der RTE-UX/2.0 Version.
Für die eigentliche Migration und die notwendigen Tests wurde ein Zeitaufwand von ca. 3 Tagen veranschlagt, d.h., ein Wochenende sollte dafür ausreichem. So traf man sich an einem Freitag-Morgen, um die Migration auf einem Testrechner durchzuführen. Die anschließenden Tests konnten ab Samstag-Morgen beginnen, da ab diesem Zeitpunkt auch das Hochregallager für Testzwecke zur Verfügung stand. Nachdem man sich am Samstag gegen Abend sicher war, dass die Migration erfolgreich durchgeführt werden kann, entschied man sich, die migrierte Software am Sonntag auf dem LVS-Echtrechner in Betrieb zu nehmen. Die anschließende Verifzierung mit dem Standard Software-Verifizierungsverfahren von GlaxoSmithKline verlief positiv, sodaß am Sonntag-Abend die Abnahme der migrierten Software erfolgen konnte. Ab Schichtbeginn Montag-Morgen 6:00 Uhr, war das LVS-System - jetzt migriert auf Basis von RTE-UX/2.0 - wieder im Produktionsbetrieb.
Jens Kersten, als Site IT-Manager bei der Glaxo Wellcome GmbH & Co. in Bad Oldesloe verantwortlich für das LVS-System und das Migrationsprojekt war sichtlich begeistert von der wesentlich verbesserten Stabilität und damit Verfügbarkeit des LVS-Systems nach Abschluss des Projektes. Die schnelle, kostengünstige Migration und dadurch verbesserte Wartbarkeit des LVS-Systemes rundeten die Vorteile dieser Migration ab.
"Diese Migration stellte eine wirkliche Alternative zu einer Neuanschaffung unserer Lagersteuerungssoftware dar. In unserem Fall haben die Migrationskosten im Vergleich zu einer Software-Neuimplementierung nur einen Bruchteil ausgemacht und das Lagerverwaltungssystem zum kosteneffizientesten IT-System am Standort gemacht!" fasst Kersten die Vorteile der Migration zusammen.
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